08- Im Boudoir der Vampyrlady

Im Zwischenreich der Vampyrlady 180x280cm

Protokoll

Ca. 22Uhr:  Frank Schneider (stark alkoholisiert)verstirbt.

Todesursache: Ersticken!!!

Über den weiteren Verlauf sind folgende Tatsachen bekannt:

Der Astralkörper des Verblichenen gelangte nach einer kurzweiligen Reise durch die Stationen seines Lebens in einem unendlich großen und zugleich unendlich kleinen immateriellen Raum von finsterster Finsternis.

CHOR der Jungfrauen:

Herzlich Willkommen!

Das Zwischenreich der Vampyrlady ist schwarz

Schwärzer als das tiefste Schwarz

ist das Zwischenreich der Vampyrlady,

Von unendlicher Weite ist es,

und von unendlicher Tiefe.

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Im Schlafgemach der Vampyrlady

Das mit allem Komfort ausgestattete Schlafgemach der Vampyrlady. Bequem liegt die Vampyrlady Tamara Yagelowsk auf einer Ottomane in ihrem Zwischenreich und lackiert sich die Fingernägel.

CHOR:

Das Zwischenreich der Vampyrlady ist schwarz

Keinen Boden hat es, worauf ein Sterblicher stehen könnte.

Keine Luft gibt es zu atmen.

Und demzufolge

auch keine Schallwellen

Und demzufolge

auch keine Sprache.

Keine Luft zu atmen braucht man im Zwischenreich

Denn das Zwischenreich ist immateriell

Und auch seine Bewohner!

Zwei wohlgeformte Jungfern empfingen ihn an der Pforte, begrüßten Frank Schneider bei seinem Namen, halfen ihn aus seinen zerrissenen und mit Unrat beschmutzten Alltagsklamotten, salbten ihn und kleideten ihn ein einen langen Rock aus duftendem, leicht durchscheinendem Gewebe. Dazu eine Bluse, ebenfalls aus leuchtendem Weiß. Dann betteten sie ihn auf dem marmornen Sarg und banden seine Glieder mit einer eisernen Kette an schweren Ringen, die rechts und links des Sarges in die Wand eigelassen waren. Nur Eingeweihte wissen, dass sich durch Drehen der Rose den Sarg öffnen lässt. Von ungefähr kommt ein Wind auf. Schwarze Chiffontücher wehen in das unendliche Schwarz des unendlichen Raumes.

Aus einer geheimen Tapetentür, die in die Schwärze des Raumes eingelassen ist, trat nach einer kleinen Weile eine edle Dame von atemberaubender Schönheit, ihren schneeweißen, der Wollust geweihten Körper, gewandet in ein Negligé von einem exklusiven Pariser Modeschöpfer. Sie trat an den Sarg.

TAMARA YAGELOWSK (denn keine andere ist es):

Wie saftige Hügel sind meine Brüste. Wie Seide mein schwarzes Haar.

Fruchtbar ist mein Schoß.

Mit zarter Geste fährt Tamara Yagelowsk über Stiche, die sie rechter Hand an der Wand entdeckt. Sie zeigen sie  als junge Königin auf dem Thron, Seite an Seite mir ihrem Gemahl, dem König Siegfried, der sie über alles liebte und dessen Kinder sie aufgefressen hat. Ihr Name damals war Athanagilda. 

FRANK SCHNEIDER

WEH! WEH! WEH!

Sie ist es:

Die Vampyrlady Tamara Yagelowsk

Sie also war es, die mich in ihr finsteres Zwischenreich entführt.

Die Kanaille.

Was habe ich verbrochen?

Was habe ich falsch gemacht?

Was habe ich getan, um solch eine Strafe zu verdienen?

Chor

Das ist keine Strafe, Frank. Das ist das Leben.

LEBEN!

Aus seinen nächtlichen Studien weiß Frank Schneider, dass Tamara Yagelowsk nicht nur eine Frau von atemberaubender Schönheit war, sondern auch erfahren und bewandert in den fernöstlichen Liebeskünsten.

Er weiß aber auch, was die Vampyrlady im Schilde führt. Eine ungeheure Gefahr droht nicht nur ihm, sondern der ganzen Welt, darüber ist er sich vollkommen im Klaren. Und wenn er  die Welt retten will von der ungeheuren Gefahr, die ihr droht vonseiten der Vampyrlady Tamara Yagelowsk, so musste er sich verdammt noch mal zusammenreißen und ihren Verführungskünsten widerstehen. Zugegeben, es sieht nicht besonders gut aus, was diesen speziellen Aspekt betrifft.

Chor

Ehrlich gesagt:

Uns schwant nichts Gutes

was diesen speziellen Aspekt betrifft.

Ausgerechnet der Frank Schneider!

Das halbe Hemd!

Von dem hängt alles ab.

Prost Mahlzeit!

Indessen war die Dame Tamara Yagelowsk an den Sarg herangetreten und mit zarter Hand sein zu voller Größe erwachtes Glied umfasst. Wohlige Schauer durchzuckten seinen Körper, während er inwendig mit eiserner, übermenschlicher Disziplin an seinem Plan schmiedete, wie er über seine Feindin obsiegen könne.